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Rathaus 2025

Rathaus Gräfelfing

in Zusammenarbeit mit Prof. Anne Sievers und HeAd

Umfang   Besucherinseln und Orientierungssystem
Ort   Gräfelfing
Leistung   Innenarchitektur, alle Leistungsphasen
Status   gebaut
Fertigstellung   07/2025
Bauherr   Gemeinde Gräfelfing
Fotos   Antje Hanebeck, München und Hamburg

 

Bürgernahes Amt


Durch leise und sensible Eingriffe wird das denkmalgeschützte brutalistische Rathaus zu einem bürgernahen Amt. Ein präzises Orientierungssystem und raumbildende Besucherinseln aus Holz übersetzen den einst spröden Charme des Betonbaus in eine neue, einladende Atmosphäre. Südwestlich von München, zwischen der Landeshauptstadt und den Münchner Seen, steht mit dem brutalistischen Rathaus Gräfelfing ein architektonisch markanter Gebäudesolitär der 1960er Jahre. 1967 von Böninger & Biedermann errichtet und 2020 unter Denkmalschutz gestellt, sollte es für die Bürgerinnen und Bürger zugänglicher gemacht werden.

Im Fokus standen dabei die zentralen Aufenthaltsbereiche auf allen drei Geschossen, sowie ein neues Orientierungssystem. Ziel war es, dem Bestand mit größtmöglichem Respekt zu begegnen und zugleich eine zeitgemäße Gestaltung zu entwickeln. Form- und Materialsprache des Originals wurden dabei aufgenommen und behutsam fortgeführt. Unaufgeregte Besucherinseln strukturieren nun die Foyers und stehen präzise auf dem vorhandenen Terrazzo-Betonstein-Raster. Diese willkommenheißenden Möbel geben intuitiv Orientierung und integrieren dienende Funktionen als allseitig zugängliche Raumfigur. Der lichtdurchflutete Bereich vor der Dachterrasse im obersten Geschoss wird zum neuen Aufenthaltsraum für Heiratswillige und Mitarbeitende.

Die Signaletik greift die Bänderung der Sechzigerjahre-Fassade auf und legt sich dezent über den Bestand, ohne ihn zu überdecken oder zu beeinträchtigen. Inhalte, Pfeile und Piktogramme können je nach Anforderung variabel ergänzt werden – als ein modularer, magnetischer Baukasten.

Text: Prof. Anne Sievers

Kindertagesstätte 2026

Michaeli-Kita

Arbeitsgemeinschaft mit dem Ingenieurbüro Harald Fuchshuber

Umfang   Neubau einer Kindertagesstätte mit vier Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen 
Ort   Neuötting
Leistung   Architektur, Innenarchitektur, alle Leistungsphasen
Status   gebaut
Fertigstellung   Januar 2026
Bauherr   Stadt Neuötting
Größe   2.200qm BGF
Fotos   Sebastian Schels, München

Der Übergang von Altötting nach Neuötting ist fließend, fast nicht erkennbar. Und doch sind es zwei sehr unterschiedliche Nachbarstädte. Der eine Ort ist geprägt durch den berühmten Kapellplatz, der andere durch seinen wunderschönen Stadtplatz mit den historischen, giebelständigen Stadthäusern. Nun steht ein neuer Stadtbaustein in der Grauzone dazwischen. Es zeigt sich an diesem Übergang weithin sichtbar eine Fassade, die etwas ungewohnt, aber spannend ist und neugierig macht. Keine anonyme Architektur, sondern eine städtebauliche Aussage, ein markantes Bild, wie ein neues Tor nach Neuötting. Die eigentliche Größe des Gebäudes ist nicht sofort erkennbar, wenn man darauf zufährt. Man muss erst von der Hauptstraße abbiegen, um die neue giebelständige Fassade mit den fünf Dächern wahr zu nehmen. Eine Anspielung auf den Stadtplatz, nicht vordergründig, sondern eher subtil. Auch weil das Gebäude aus Holz und nicht aus verputztem Ziegel besteht. Es verleiht ihm einen leichteren, vielleicht sogar temporären Charakter. Und auf dem Lageplan kann man erkennen, dass erst die spezielle Drehung des langen Baukörpers auf dem Grundstück, den überraschenden Dialog mit der Stadt erzeugt. Nachhaltigkeit entsteht bei der Michaeli-Kita nicht nur durch die überwiegende Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, regenerativer Energieerzeugung wie Fernwärme oder Photovoltaik, einfache Fügung ökologischer Baustoffe oder die kompakte, zweigeschossige Bauweise. Vielmehr durch Identifikation.

Wendelstein Werkstätten

Wendelstein Werkstätten

Arbeitsgemeinschaft mit opposite office, München und hanfstingl architekten, Neuötting

Umfang   Neubau einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
Ort   Rosenheim
Leistung   Architektur, Innenarchitektur, alle Leistungsphasen
Status   gebaut
Fertigstellung   05/2025
Bauherr   Caritas Verband der Erzdiözese München-Freising e.V.
Auszeichnungen   Anerkennung Verzinkerpreis 2025  &  ArchDaily Nominee "Building of the Year 2026"
Fotos   Edward Beierle, München

 

 

Die neue, rund 10.000 m² große Werkstatt für Menschen mit Behinderung, versteht sich nicht nur als funktionales Produktionsgebäude, sondern als räumliches Gefüge, in dem Arbeit, Orientierung und soziale Interaktion eng miteinander verbunden sind.

 

Mit 120 Arbeitsplätzen und einer integrierten Förderstätte erfüllt der Bau hohe technische Anforderungen und stellt zugleich die Qualität des Innenraums in den Mittelpunkt des Entwurfs.

 

Grundlage der Architektur ist eine positiv-negative Entwurfsstrategie: Aus einem kompakten Baukörper werden drei Innenhöfe herausgeschnitten. In ihrer geometrischen Ausformung als Dreieck, Quadrat und Rechteck bringen sie Licht, Luft und räumliche Tiefe in den Bau. Entscheidend ist jedoch der dadurch entstehende Zwischenraum, ein zusammenhängender Innenbereich, der weder reine Erschließung noch Werkstatt ist, sondern als zusätzlicher gemeinsamer Raum erlebt wird.

 

Dieser Zwischenraum entfaltet sich als ruhige, lichtdurchflutete Innenlandschaft. Er verbindet alle Werkstattbereiche miteinander und führt Tageslicht tief in den bis zu 50 Meter breiten Grundriss. Die unterschiedlichen Geometrien der Höfe erzeugen eine subtile räumliche Abfolge aus Weitung und Verdichtung, Nähe und Distanz. Die Höfe dienen als Orientierungspunkte und Orte informeller Begegnung und bilden zugleich einen geschützten, introvertierten Außenraum innerhalb des lärmintensiven Gewerbegebiets zwischen Bundesstraße und Bahnlinie.

 

Ein zentrales Entwurfsprinzip ist die barrierefreie Nutzbarkeit des gesamten Gebäudes, ohne sichtbare Sonderlösungen. Erschließung, Raumfolgen und Arbeitsbereiche sind für alle Nutzerinnen und Nutzer gleichwertig zugänglich, nicht durch additive Maßnahmen, sondern durch Klarheit, Großzügigkeit und eine intuitive räumliche Organisation. Für die Planung bedeutet echte Barrierefreiheit, dass sie nicht als solche in Erscheinung tritt: Niveaugleichheiten, Raumbreiten und Übergänge sind selbstverständlich integriert und ermöglichen selbstständige Bewegung und Nutzung.

 

Große Öffnungen und vielschichtige Blickbeziehungen prägen den Innenraum. Runde Fenster und bullaugenartige Öffnungen in Türen erlauben Einblicke in die verschiedenen Werkstattbereiche und machen Arbeitsprozesse sichtbar, wodurch ein Gefühl gemeinsamer Tätigkeit entsteht.

 

Robuste Materialien wie Beton, Stahl, Holz und transluzente Doppelstegplatten verleihen dem Gebäude einen funktionalen Werkstattcharakter und unterstützen zugleich Lichtführung und räumliche Klarheit. Vier skulpturale außenliegende Treppenhäuser und ein kompakter Erschließungsring ermöglichten die Realisierung zusätzlicher Gemeinschaftsflächen,  darunter eine Dachterrasse sowie gemeinsame Innenbereiche zwischen den Höfen,  ohne Mehrkosten. Diese Räume fungieren als soziale Innenräume, als Orte der Pause, des Austauschs und der Begegnung.

 

Die Energieversorgung erfolgt über Nahwärme aus der benachbarten Schreinerei sowie Photovoltaik. Von der Dachterrasse aus öffnen sich Blicke in die begrünten Innenhöfe mit wachsenden Bäumen, während blaue Möbel ruhige Zonen für Aufenthalt und Begegnung definieren. Die Werkstatt wird so zu mehr als einem Arbeitsort: Sie ist eine Architektur der Teilhabe, in der räumliche Großzügigkeit, Klarheit und unsichtbare Barrierefreiheit Selbstbestimmung, Würde und soziale Interaktion im Alltag unterstützen.

Praxis 2024

Gynäkologische Praxis in München

 

Umfang  Umbau einer Praxis
Ort  Goetheplatz, München
Leistung  Innenarchitektur, Möbeldesign
Status  Gebaut
Fertigstellung  Dezember 2024
Bauherr  Gynäkologie Goetheplatz
Größe  175 m²
Fotos  Henning Koepke, studio lot

 

Büroumbau in Ottobrunn

Büroumbau in Ottobrunn

 

Umfang  Umbau
Ort  Ottobrunn
Leistung  Innenarchitektur, Möbeldesign
Status  Gebaut
Fertigstellung  Dezember 2023
Bauherr  Porsche E-Bike Performance
Größe  300 m²
Fotos  studio lot, wortundform